Der Felsendom in Jerusalem

690 n.Chr. erbaut, zählt der Felsendom Jerusalems zu den größten Heiligtümern und Wahrzeichen des Islams. Es ist überhaupt das älteste islamische Bauwerk. In diesem Schrein soll Abraham seinen Sohn als Opfer hingeführt haben. Außerdem soll Mohammeds Himmelfahrt in der Nähe des Sakralbaus stattgefunden haben. Der Felsendom steht in der Altstadt Jerusalems, genauer gesagt im südöstlichen Teil der Stadt auf dem Tempelberg, in unweiter Ferne zur Al Aqsa Moschee.

Der Felsendom ist architektonisch betrachtet ein echtes Meisterwerk; es handelt sich bei der Bauweise um den frühen Umayyadenstil. Schaut man sich den Grundriss des Sakralbaus an, lässt sich feststellen, dass es sich um ein Achteck handelt, welches in einen Kreis eingefasst ist. Die Grundmauer an sich konstituiert sich aus Naturstein.

Anhand der Inschriften, die auf dem Felsendom eingefasst wurden, lassen sich Rückschlüsse auf Bauweise, Bauherren, etc. ziehen. Demnach lässt sich die Fertigstellung des islamischen Bauwerks auf das Jahr 691-92 datieren. Die Bauzeit dieses altehrwürdigen islamischen Heiligtums dauerte wahrscheinlich drei Jahre. Der Tempelplatz ist für die Juden eine geschichtsträchtige Stelle, weshalb es beinahe wie Spott am Judentum und am Christentum anklingen mag, dass ausgerechnet der Islam an dieser Stelle seine heilige Stätte errichtete.

Im Juli 1099 drangen Kreuzfahrer in Jerusalem ein. Erstes Ziel ihres Eroberungsplan bestand in der Übernahme des Tempelplatzes, bzw. der Moschee Al Aqsa und der Felsendom. Die Kreuzfahrer sollen von der Bauweise und der Mächtigkeit des Felsendoms tief beeindruckt gewesen sein, weswegen sie ihm den Namen „Templum Domini“ gaben, welches die Verbindung zu Gott indiziert.

Wenn man auf historischer Spurensuche in Jerusalem ist, darf ein Besuch des Felsendoms, des Tempelplatzes und der Al Aqsa Moschee natürlich nicht fehlen. Der Felsendom ist vor allem deswegen so interessant, dass er im Gegensatz zu vielen anderen altehrwürdigen Bauten niemals zerstört, sondern immer nur restauriert wurde. Anfang der 1990er Jahre wurde die Kuppel beispielsweise erneut vergoldet.