Der Nahe Osten Blog

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Die Klagemauer in Jerusalem

Die Klagemauer in Jerusalem gilt als wichtigsten und heiligsten Ort der Juden. Wie Sie bereits schon auf unserer Seite erfahren konnten, stellt die Klagemauer die Überreste des Salomonschen Tempels dar. Die Höhe der Mauer misst achtzehn Meter, ist fast fünfzig Meter lang und befindet sich in der Altstadt Jerusalems. Die Steine der Mauer sind aus Meleke-Kalkstein. Frauen und Männer beten in dem bedeutendsten jüdischen Heiligtum getrennt voneinander.

Allgemein wird die Mauer stets für die Mauer des einstigen Tempels selbst gehalten. Dennoch wurde der Tempel von Salomo einst von den Babyloniern (ca.500 BC) zerstört und dann später unter König Herodes (20 AC) wieder errichtet. Letzten Endes wurde der Tempel aber von den Römern (70 AC) zerstört und nicht wieder hergerichtet.

Der Frage nachzugehen, wie die Klagemauer eigentlich zu ihrem Namen kommt, ist relativ einfach zu beantworten: Zahlreiche religiöse Besucher hinterlassen auf kleinen Zettel ihre Gebete in den Zwischenspalten der Mauer.

Dennoch muss man nicht unbedingt nach Israel reisen, wenn man ein Gebet von sich nach Jerusalem und damit in Gottes Nähe bringen möchte. Der Rabbi Schmuel Rabinowitz justiert die Nachrichten, die ihn per Post, E-mail oder Fax zukommen für die Bittenden in die Spalten der Mauer. Im heutigen Zeitalter des Internets ist das wohl wirklich ein moderner Schritt für solch eine heilige, religiöse Stätte.

Trotz dieser Innovation in Jerusalem machen sich tagtäglich unzählige Gläubige zu der heiligen Stätte, um Ruhe zu finden und Gott nahe zu sein. Hier stellt sich allerdings die Frage: Wohin eigentlich mit dem ganzen Papierkram? Schließlich muss doch diese Masse an Wünschen, Gedanken und Gebete irgendwann von der Mauer entfernt werden. Und tatsächlich ist es so, dass zweimal im Jahr eine „Säuberungsaktion“ stattfindet: Die Reste der Zettel werden aber auf dem Ölberg vergraben und nicht einfach zerstört.

Ein Besuch der Klagemauer lohnt sich in jedem Fall, wenn man Jerusalem besuchen möchte. Man muss nur lange genug suchen, um einen geeigneten Platz für sein Gebet zu finden. Dank E-Mail, Fax und Briefverkehr kann man seine Gedanken aber auch schneller an Ort und Stelle platzieren.

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