Knappe Ressource: Öl
Die wichtigste Ressource der Länder im Nahen Osten ist Öl. Die Böden sind größtenteils karg, Exportgüter gibt es kaum.
Nachdem Erdöl gerade von der westlichen Welt bzw. den Industriestaaten für vielfältige Bedürfnisse verwendet wird, ist es sehr gefragt. Die Verwendung als Heizöl, Treibstoff oder zur Herstellung von Kunststoffen wie Plastik erfordert eine ungeheure Menge an Rohöl. Gleichzeitig werden die globalen Reserven immer knapper. Nachdem alternative Energiequellen wie Kernenergie, Sonnen- Wind- oder Wasserenergie immer noch viel zu wenig genutzt werden, um den Bedarf der Menschheit an Energie zu decken, ergibt sich in naher Zukunft ein Defizit, denn der so genannte Peak-Oil ist bereits erreicht. Das heißt, das Fördermaximum ist überschritten.
Der nahe Osten hat zahlreiche Pipelines und Raffinerien zur Ölförderung und --gewinnung und verfügt über das größte verbliebene Vorkommen von Erdöl auf der Welt. Nachdem auf wenige Anbieter viele Nachfrager kommen, können diese – theoretisch - die Preise diktieren. Selbstverständlich haben aber zahlreiche Regierungen und Konzerte und auch die Ölindustrie ein Interesse an konstanten und vergleichsweise niedrigen Preisen.
Die USA hat mittlerweile in vielen Ländern des Nahen Ostens Militärbasen errichtet. Die Vermutung liegt nahe, dass so Rohstoffe für die eigene Versorgung sichergestellt werden sollen. In Kasachstan, Kirgistan und Turkmenistan sind entsprechende Basen eingerichtet. Somit wäre ein direkter militärischen Zugriff auf die beiden größten Förderregionen der Welt, den Nahen Osten und Zentralasien, möglich.
Sollte es zur befürchteten Energiekrise kommen, bleibt abzuwarten, ob die USA von dieser Vormachtstellung Gebrauch macht. Der Präsident der Vereinigten Staaten, Barack Obama, hat wiederholt davor gewarnt, dass der Transfer von Geld an feindliche erdölproduzierende Länder für die Sicherheit der USA eine erhebliche Bedrohung darstellt. Tatsache ist die Abhängigkeit der USA von dem „schwarzen Gold“ aus dem Golf.
Ausweg aus dem Dilemma bietet lediglich eine Reduktion des Ölverbrauches und die Weiterentwicklung „sauberer“ Energien. Um eine Energiesicherheit in den nächsten Jahrzehnten zu gewährleisten, müssen schnell Alternativen gefunden werden, denn der Bedarf steigt mehr, als dass er sinkt. Bleibt zu hoffen, dass uns das Heizöl nicht so bald ausgeht.