Meinungen über Israel und Deutschland

Im Zuge der Globalisierung gibt es immer mehr Menschen, die mittlerweile woanders leben und arbeiten, als in dem Land, in dem sie geboren wurden. Wir haben Menschen, die aus dem Nahen Osten stammen, gefragt, wie es ihnen in Deutschland gefällt und was sie bewegte, hierher zu kommen. Außerdem wollten wir wissen, wie sie Kontakt zu ihrer Familie halten. Auch haben wir Deutsche gefragt, wie ihr Leben in Israel ist.

Kayla, 26 Jahre: „Seit ich denken kann, lebe ich in Deutschland. Unsere Familie ist vor mehreren Jahrzehnten nach Deutschland gezogen. Mein Vater hat hier eine gute Arbeit gefunden. Ich selbst möchte nicht zurück dorthin. Mir gefällt es hier in Deutschland und ich habe einen deutschen Pass. Ich möchte später auch hier arbeiten. Schön finde ich, dass niemand uns gegenüber Vorurteile hat, nur weil wir aus Israel kommen. In unserem Dorf sind wir gut integriert, wir helfen uns alle gegenseitig. Vielleicht würde man uns gegenüber in der Stadt eher mit Vorurteilen begegnen, ich weiß es nicht.“

Thomas, 42 Jahre: „Als Journalist bin ich beruflich nach Israel gekommen. Mittlerweile habe ich mich auf das Gebiet und die Zusammenhänge dort spezialisiert. Aber es stimmt schon: Für Menschen, die sich bisher nicht richtig mit dem Thema befasst haben, ist es schwierig, gleich einzusteigen. Meine Familie sehe ich so oft es geht, meine Frau möchte nicht nach Israel ziehen, sie hat Angst. Zum Glück gibt es das Internet, dann können wir uns trotzdem sehen und miteinander telefonieren. Früher war das in andere Länder sehr teuer, da musste man ja zu speziellen Telefonläden gehen oder sich Handys mit Vertrag zulegen.“

Ismail, 25 Jahre: „Ich studiere in Deutschland, möchte jedoch später wieder in Israel arbeiten. Ein Großteil meiner Familie lebt noch dort und als Student habe ich nicht genug Geld, um sie regelmäßig zu besuchen. Daher möchte ich mein Studium so schnell es geht beenden, um wieder zu ihnen zurückkehren zu können. Ich denke, ich habe auch gute Berufschancen, denn ich werde Übersetzer.“

Ebru, 55 Jahre: „Ich finde es schade, dass man vom Nahen Osten immer nur Schlechtes in den Nachrichten hört. Auch bei uns kann man schöne Dinge sehen, wenn man hier Urlaub macht. Aber wer traut sich das heute noch? Traurig ist das.“